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Station 7
Halbmeter-Scheitholzkessel
im Heimatmuseum Spatz
in Ehingen
  Im Heimatmuseum Ehingen hat Herr Spatz seit Jahrzehnten Werkzeuge, Trachten und viele Gebrauchsgegenstände aus der
nahen Umgebung zusammengetragen. Das ist ein wahres Sammelsurium an regionaler Geschichte!
Der Besuch lohnt sich!
Ein voll automatischer Scheitholzkessel beheizt den gesamten Wohnbereich.

 

Holzverbrennung

Auch wenn Holz ein nachwachsender Rohstoff ist und in unseren Regionen ausreichend zur Verfügung steht, ist „Heizen mit Holz“ nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit „Ökologisch“. Voraussetzung für einen umweltbewussten Brennvorgang ist sowohl eine gute Qualität (naturbelassen) und ausreichende Trockenheit des Brennstoffs (Wassergehalt max. 30%), aber auch ein geregelter gleichmäßiger Verbrennungsprozess. Für eine saubere Verbrennung ist eine möglichst vollständige Oxidation der brennbaren Gase notwendig. Dies ist nur durch eine entsprechend dosierte Sauerstoffzufuhr möglich. Zu wenig Sauerstoff führt zu unvollständiger Verbrennung, wogegen zu viel Luft den Verbrennungsvorgang abkühlt und den Wirkungsgrad reduziert. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern ist der Heizwert von Holz nicht konstant, sondern abhängig von Holzsorte und Wassergehalt.

 

Der Kreislauf
Das Zweifamilienhaus wird seit Februar 2004 von einem Halbmeter-Scheitholzkessel beheizt. Als Pufferspeicher werden selbst isolierte Tanks mit 3.000 Liter Volumen eingesetzt. Die Erwärmung von Brauchwasser erfolgt über ein Frischwassermodul.

 
 

Technik
Der Füllraum des vollisolierten Heizkessels wird manuell mit Scheitholz bestückt. Unter Zuführung vorgewärmter Primärluft wird der Brennstoff auf einem engmaschigen heißen Rost getrocknet und zu Holzkohle verbrannt. Vorgewärmte Sekundärluft gewährleistet in der Phase der Vergasung mit Hilfe der Wirbelbrennkammer eine gute Durchmischung der Brenngase mit Sauerstoff, wobei sehr hohe Temperaturen entstehen und eine nahezu emissionsfreie Verbrennung gewährleistet wird. Die in dieser Phase entstehenden heißen Abgase werden über Wärmetauscher an das Wasser abgegeben. Nach dem Aufheizen des Kessels wird die entstehende Wärme unmittelbar in das Heizleitungssystem eingespeist und ein kleiner Teil des Pufferspeichers erhitzt, so dass innerhalb kurzer Zeit nach Bestückung des Ofens das Haus warm ist und Warmwasser zur Verfügung steht. Erst dann wird der komplette Pufferspeicher aufgeheizt. Im Winter und in den Übergangszeiten deckt der Heizkessel den Wärmebedarf des Hauses und für die Warmwasserbereitung. In den Sommermonaten ist für eine Bereitstellung der Warmwasserversorgung eine wöchentlich einmalige Inbetriebnahme des Heizkessels notwendig. Um die jährliche Heizzeit zu verkürzen, könnte die Anlage durch eine Solaranlage zur Brauchwassererwärmung ergänzt werden.

  Querschnitt Scheitholzkessel
 

1. Füllraum
2. Rost
3. Aschenlade
4. Geregelte,
vorgewärmte Sekundärluft
5. Geregelte, vorgewärmte Primärluft
6. Turbo-Brennkammer
7. Wirbulatoren
8. Reinigungshebel
9. Saugzuggebläse
10. Rauchrohr
11. Kesselschaltfeld
12. starke Vollisolierung
Scheitholzkessel Anlagendaten:
Inbetriebnahme: Februar
Kesselleistung:
200430 kW
Jahresheizwärmebedarf: ca. 50.000 kWh
Brennstoffverbrauch: ca. 30 m³ Holz/Jahr
Einsparung
Durch diese Anlage werden jährlich ca. 5.000 Liter Heizöl eingespart, das entspricht einer Ve-minderung des CO2-Ausstoßes um ca. 14,7 t bzw. 7.458 m³.
Museum
Herr Spatz hat über Jahrzehnte Alltagsgegenstände, Trachten, Werkzeug, Schriftstücke und Familienchroniken aus Ehingen und Umgebung zusammengetragen, bei Bedarf restauriert und ihre Herkunft recherchiert. Interessierte können sich die umfangreiche Sammlung nach vorheriger Absprache mit Herrn Spatz ansehen.
Wegbeschreibung

An der Durchfahrtsstraße Richtung Beyerberg dem Schild folgen.

Ansprechpartner

für Besichtigungen

Heimatmuseum
Herr Spatz
91725 Ehingen
Am Mühlbach 18
Tel. 09835 - 422
E-Mail: spaha@freenet.de

Geöffnet auf Anfrage.

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