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Kompetenz-Zentrum
Erneuerbare Energien
EBA
Station 26
Versuchsbiogasanlage Triesdorf
 
 

Welche landwirtschaftlichen Erzeugnisse lassen sich am besten vergären? Die Antwort auf diese Frage wird seit über 10 Jahren in Triesdorf untersucht. Maissilage, Rübenmus, Getreidebrei oder Grassilage? Eine gute Mischung aus Feldfrüchten und Rindergülle wird von den Methanbakterien am schnellsten abgebaut und bringt die höchsten Gaserträge. Also wie beim Menschen: eine ausgewogene Ernährung garantiert Höchstleistungen.

Lassen Sie sich vor Ort diese
hochinteressante Biogastechnik erklären.
Für Landwirte eine echte Einkommensalternative.

Gärprozess
Bei der Biogasproduktion wird ein in der Natur vorkommender Prozess nachgeahmt, indem organische Masse (Gülle, Pflanzen etc.) in einem luftdichten Behälter (Fermenter) bei ca. 32° - 38°C vergoren wird. Je nach Art der organischen Substanzen sind die Verweildauer im Fermenter und auch die Menge des entstehenden Biogases unterschiedlich.
Bilanz der beim
Gärprozess
freigesetzten Gase
Das CO2 entspricht nur einem Bruchteil der Menge, die vorher bereits durch das Pflanzenwachstum gebunden wurde.
Das Methan, das etwa 23 mal Mal wirksamer ist als CO2 und damit in großem Umfang zum Treibhauseffekt beiträgt, wird nicht mehr unkontrolliert an die Atmosphäre abgegeben, sondern der Verbrennung zugeführt.
Somit trägt die Biogastechnologie zur Verminderung treibhauswirksamer Emissionen bei. Daneben werden die Beschaffenheit und die Qualität der ausgebrachten Gülle verbessert, so dass Mineraldünger eingespart werden kann und das Grundwasser geschont wird.
Versuchsanlage
Triesdorf
Die Biogasanlage in Triesdorf wurde am 1. Juni 1992 in Betrieb genommen und dient seither Versuchs- und Demonstrationszwecken. Die hier verwendete Technik der Durchfluss-Speicher-Anlage, war bis dahin unbekannt und wurde für viele Anlagen zum Vorbild. Gegenwärtig ist sie die meist verbreitete Anlagenform.
Technik

Die Anlage besteht aus zylindrischen Betonbehältern von je 150 m³ nutzbarem Faulraumvolumen. Sowohl im gedämmten und geheizten Hauptgär- als auch im Nachgärbehälter sind Tauchmotorrührwerke zur Vermeidung von Schwimmschichten eingebaut, die die Gasproduktion beeinträchtigen würden. Ausgefaulte Gülle gelangt entsprechend dem in den Hauptgärbehälter neu eingepumpten Volumen (kommunizierende Röhre) in den Nachgärbehälter zur vollständigen Ausfaulung.
Auf beiden Gärbehältern sind Kunststoff-Gasblasen mit jeweils 45 m³ Fassungsvermögen angebracht, um das entstandene Gas zu sammeln und anschließend über Gasrohrleitungen der Verbrennung zuzuführen. Bisher wurde für die Verbrennung ein Stirling-Motor eingesetzt, der keine zufrieden stellenden Ergebnisse liefern konnte. In Triesdorf wird das Gas nicht, wie sonst üblich, in Strom umgewandelt, sondern vollständig zur Beheizung betriebsinterner Gebäude genutzt.

Welche Faktoren beeinflussen den Gasertrag?
In verschiedenen Versuchen wurde deutlich, dass das Temperaturniveau für einen optimalen Faulprozess möglichst konstant gehalten werden muss. Je nach Art der pflanzlichen Kosubstrate kann der Gasertrag bis auf das 4-fache gesteigert werden. Jedoch ist je nach Konsistenz der Substrate auf eine problemlose Einbringung und Durchmischung zu achten, um einen gleichmäßigen Gärprozess sicherzustellen.
Anlagendaten
Inbetriebnahme der Anlage: 1. Juni 1992
Großvieheinheiten: ca. 80 Stück
Größe Hauptgärbehälter: 150 m³
Größe Nachgärbehälter: 150 m³
Leistung: ca. 50 kW (thermisch)
Gesamtertrag: ca. 225.000 kWh (thermisch)
Einsparung
Die Beheizung betriebseigener Gebäude mit der Biogasanlage spart jährlich ca. 22.500 Liter Heizöl und damit etwa 65,93 t bzw. 33.561 m³ CO2 ein.
Wegbeschreibung

Auf der B14 zwischen Ansbach und Gunzenhausen, Abfahrt Triesdorf.
An der Landmaschinenschule (LMS) Triesdorf.

Besichtigungen
nach vorheriger telefonischer Absprache möglich
EBA
Steingruberstr. 5
91746 Weidenbach Triesdorf
Tel. 09826 -18 266

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