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Station 30
Rapsölmühle in Unterwurmbach
 

Neben der Trocknung von Grünfutter wird hier bereits seit 1995 eine große Ölmühle betrieben. Bis zu 8.000 t Raps werden pro Jahr zu ca. 2.900 t Öl vermahlen. Das entspricht der Ernte von über 2.000 ha und sorgt für stabile Erzeugerpreise und sicheren Absatz in der Region.

Die Vermarktung des Öls erfolgt zu 60 % direkt an Tankstellen und Endverbraucher, zu 40 % geht das Öl nach Ochsenfurt in die Veresterungsanlage, wo genormter Biodiesel hergestellt wird. Der Presskuchen lässt sich problemlos als Eiweißfutter in der Tierzucht verkaufen. Heimischer Raps ersetzt Öl aus Saudi-
Arabien und Sojaschrot aus Südamerika!

Rapsöl - alternativer Kraftstoff?
Die zunehmende Verknappung und das vehement steigende Preisniveau von fossilen Treibstoffen verdeutlicht, wie wichtig die Entwicklung alternativer Kraftstoffe ist. Rapsöl als Grundstoff für technische Öle oder Biodiesel ist gegenüber herkömmlichem Kraftstoff preiswerter und wird in unserer Region angebaut.
Für den Betrieb mit reinem Pflanzenöl müssen Motoren angepasst werden, verestertes Rapsöl dagegen kann in herkömmlichen Dieselmotoren eingesetzt werden.
Trotz vieler Vorteile des ökologischen Kraftstoffs hat Rapsöl bzw. Biodiesel bisher (Stand: 2004) nur einen Anteil von etwa 2% am Gesamtkraftstoffabsatz. Da der Produktion aber wegen fehlender Anbauflächen bzw. durch max. 33% Anteil Raps in der Fruchtfolge Grenzen gesetzt sind, ist Planzenöl am Absatzmarkt auf max. 5-7% begrenzt. Eine weitere Absatzmöglichkeit für Biodiesel ist die Beimischung zu herkömmlichem Dieselkraftstoff, die zum Teil schon praktiziert wird.
In den Ländern der EU soll laut Gesetz der Anteil an biogenen Kraftstoffen bis zum Jahr 2010 auf 5,75% erhöht werden. Dieser Wert kann sowohl durch die Verwendung reiner biogener Kraftstoffe als auch durch Beimischung zu herkömmlichem Diesel erreicht werden. Eine Beimischung von Biodiesel von bis zu 5% ist auch für den Betrieb von nicht umgerüsteten Fahrzeugen problemlos möglich und wird in einigen Ländern der EU bereits praktiziert.
 

Raps - 100% Ausbeute aus der Ölpresse
Die Rapsernte konzentriert sich auf wenige Wochen im Jahr, so dass die Pflanzenjahresernte von ca. 2.500 t in gekühlten Silos gelagert werden muss, damit die Rapsmühle von Januar bis Dezember den ölhaltigen Rohstoff verpressen kann. Die Zuführung aus dem Lager erfolgt automatisch. Beim Pressvorgang tritt das Pflanzenöl aus der Saat aus, der verbleibende Presskuchen ist hochwertiges Eiweißfutter für Tiere. Das austretende Öl verbleibt für einige Zeit im Sedimentationsbehälter, bevor es durch eine Filteranlage gereinigt wird und in einem Tank gelagert wird.
Die Anlage verarbeitet 1 t Raps in der Stunde und erzeugt dabei 350 Liter Rapsöl. Der Jahresertrag liegt bei 875.000 Liter Rapsöl. Davon werden 60% direkt vertrieben, 30 - 40% zur Veresterung nach Ochsenfurt geliefert.
Bei der Veresterung wird Rapsöl unter Zugabe von Methanol in den genormten Kraftstoff Biodiesel umgewandelt. Neben seiner Umweltverträglichkeit hat Biodiesel weitere Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Diesel: besseres Kälteverhalten, bessere Schmierwirkung und russärmere Verbrennung.

Anlagendate:
Inbetriebnahme: Dezember 1995
Gesamtverbrauch Raps: 2.500 t/Jahr
Gesamtertrag Rapsöl:
875.000 Liter Rapsöl
Gesamtertrag Eiweißfutter: 5.500 t
Stromverbrauch für Betrieb: 150.000 kWh/Jahr
  Der Einsatz des hier erzeugten Kraftstoffs (40% Biodiesel, 60% Rapsöl) reduziert den jährlichen CO2-Ausstoß um ca. 2.510 t bzw. 1,3 Mio. m³.
In der Genossenschaft Unterwurmbach werden neben der Erzeugung von Rapsöl saisonal Mais und Gras in der Grünfuttertrocknungsanlage verarbeitet.
Wegbeschreibung
Von Unterschwaningen Richtung Gunzenhausen, auf der B 466 nach Unterwurmbach abbiegen. Direkt am Ortseingang.

Besichtigung

nach vorheriger telefonischer Absprache möglich

Rapsölmühle
Unterwurmbach

Trocknungs-
genossenschaft
Gunzenhausen eG
Herr Alfred Reißlein
Walder Str. 5
91710 Gunzenhausen
Tel. 09831- 2625

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