Übersicht | Stationen Dinkelsbühl

 
Station 11
Stadtmühle Dinkelsbühl
  Für den Kreislauf des Wassers und die Erzeugung von Strom durch Wasserkraft sind zwei Energiearten maßgeblich:
Der natürliche
Wasserkreislauf

Sonnenenergie:
Die Sonne lässt Oberflächen- und Meerwasser verdunsten, wirkt dadurch der Schwerkraft entgegen und hebt es auf ein höheres Energieniveau - es erhält Lageenergie (Potentielle Energie). Diese Energie steckt in jedem Wassertropfen, der sich über dem Meeresspiegel befindet.
Gravitation:
Die Schwerkraft sorgt dafür, dass von der Sonne in die Höhe befördertes Wasser in Form von Niederschlag wieder dem Erdmittelpunkt zustrebt.
Niederschlag sammelt sich in Bächen, Flüssen und Seen. Das in Flüssen strömende oder in Stauseen gespeicherte Wasser kann Widerstände überwinden und so Arbeit verrichten. Turbinen können diese Arbeit in Bewegungsenergie umsetzen und an die Generatoren weiterleiten, die ihrerseits die Energie in elektrischen Strom umwandeln.
Wasserkraft
in der Stadtmühle
Dinkelsbühl

Früher wurden mit Hilfe der Wasserkraft, vermutlich mit einem unterschlächtigen Wasserrad, eine Mühle und ein Sägewerk betrieben. 1994 wurden in die Stadtmühle am Mühlgraben, ein Seitenarm der Wörnitz, eine Francis-Turbine und ein Generator eingebaut. Seither wird die Mühle von den Stadtwerken zur Stromerzeugung betrieben.

 

Francis-
Schachtturbine
 

Eine Francis-Turbine ist gleichzeitig Reaktions- und Überdruckturbine. Vom Oberwassergraben strömt das Wasser durch den Rechen (1) und die Schütze (2) in die offene Wasserkammer und durchfließt die Turbine (3). Die Turbine (3) ist auf einen Betonunterbau (4) gestellt. Die Verbindung zwischen Turbine und Unterwasser wird durch ein so genanntes Saugrohr (5) hergestellt, das die Sogwirkung des Unterwassers verstärken soll. Die stehende Welle (6) der Turbine endet in einem Zahnradgetriebe (7), das die Kraft auf eine Schwungradriemenscheibe (8) überträgt. Über einen Riemenantrieb wurde die Mühle bzw. das Sägewerk bzw. wird heute für die Erzeugung von Strom ein Generator angetrieben.
Für die Kraftübertragung aus der Turbinenwelle auf den Generator gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die sich den örtlichen Begebenheiten bzw. dem Stand der Technik angepasst haben.
Die Anlagenleistung ist unter anderem von der Fallhöhe (Unterschied Oberwasser zu Unterwasser), d.h. der möglichen aufzustauenden Höhe abhängig.

 

Kenndaten
der Anlage

Fallhöhe: 1,85 m
Wasserdurchfluss: 1,3 m³/sek
Drehzahl: 90 Umdrehungen pro Minute
Anlagenleistung: 18,5 kW
Jahresleistung (je nach Wassermenge): ca. 40.000 kWh/a

 

Verwendung

Der erzeugte Strom wird ausschließlich ins öffentliche Netz eingespeist.

 

Einsparung
Mit dieser Anlage wird der jährliche Ausstoß an CO2 um ca. 23,1 t bzw. 11.750 m³ vermindert.
Wegbeschreibung
Am Nördlinger Tor an der Wörnitz

Besichtigung

nach vorheriger telefonischer Absprache möglich

Stadtwerke Dinkelsbühl

Rudolf-Schmitdt-Str. 7
91550 Dinkelsbühl
Tel. 09851 - 57 20 0

 

Übersicht | Stationen Dinkelsbühl