Übersicht | Stationen Herrieden/Bechhofen

 
Station 24
Stadtmühle Ornbau
 

Das Anwesen ist seit 1910 in Familienbesitz der Familie Bischoff, wurde 1932 nach einem Brand wieder neu aufgebaut
und bis 1990 als Mühle bewirtschaftet.

Heute wird mit der Kraft des Wassers regenerativer Strom erzeugt. Die sehenswerte Turbine aus dem Jahr 1941erzeugt
bis zu 35.000 kWh im Jahr. Damit nicht genug. Auf dem Dach der Mühle liefert eine PV-Anlage jährlich nochmal über
10.000 kWh Solarstrom.

Vergessen Sie nicht den Mühlenladen zu besuchen!

Wasserkraft und Naturschutz
Wasserkraft ist bei Tierschützern sehr umstritten. Es wird behauptet, Fische kommen in Turbinen und Rechenanlagen zu Schaden. Jeder gesunde Fisch jedoch schwimmt stromaufwärts und meidet aufgrund der Turbinengeräusche die Nähe der Anlagen. Nur kranke Fische und die wenigen Wanderfische, wie z. B. bei uns der Aal, schwimmen flussabwärts mit der Strömung. Dabei können diese zum überwiegenden Teil die Turbinen gefahrlos passieren, da der Schaufelschlagabstand groß genug ist.
Andererseits verbessern Wasserkraftanlagen die Lebensbedingungen der Fische durch Anhebung des Wasserstandes, Vermehrung der Wasserflächen, Erhöhung des Sauerstoffgehalts des Wassers und Befreiung der Flüsse von Unrat durch Rechenreinigungsanlagen.
Wasserkraft in der Stadtmühle
Die Mühle ist seit 1910 in Familienbesitz der Familie Bischoff. Im Jahre1932 wurden das Wohnhaus und die Mühle nach einem Brand wieder komplett aufgebaut und bis 1990 als Mühle bewirtschaftet.
Der Antrieb erfolgte mittels einer Francis-Turbine und einer Haag-Turbine, die jedoch nur bei Hochwasser mitlief.
Heute ist noch die Francis-Schachtturbine aus dem Jahr 1941 intakt.
Francis-Schachtturbine


Eine Francis-Turbine ist gleichzeitig Reaktions- und Überdruckturbine. Vom Oberwassergraben strömt das Wasser durch den Rechen (1) und die Schütze (2) in die offene Wasserkammer und durchfließt die Turbine (3). Die Turbine (3) ist auf einen Betonunterbau (4) gestellt. Die Verbindung zwischen Turbine und Unterwasser wird durch ein so genanntes Saugrohr (5) hergestellt, das die Sogwirkung des Unterwassers verstärken soll. Die stehende Welle (6) der Turbine endet in einem Zahnradgetriebe (7), das die Kraft auf eine Schwungradriemenscheibe (8) überträgt. Über einen Riemenantrieb wurde die Mühle bzw. wird heute für die Erzeugung von Strom ein Generator angetrieben.
Die Anlagenleistung ist unter anderem von der Fallhöhe (Unterschied Oberwasser zu Unterwasser), d.h. der möglichen aufzustauenden Höhe abhängig.
Kenndaten
Hersteller: Fa. Voith, Heidenheim, 1941
Fallhöhe: 2,00 m
Wasserdurchfluss: 1,0 m³/sek.
Drehzahl: 100 Umdrehungen pro Minute
Anlagenleistung: 10 kW
Jahresleistung (je nach Wassermenge): ca. 35.000 kWh pro Jahr.
Verwendung
Die Energie wird etwa zu einem Drittel (12.000 kWh) für den Eigenbedarf genutzt. Der restliche Strom (24.000 kWh) speist das öffentliche Netz der N-ENERGIE AG. Bei extrem niedrigem Wasserstand ist es nicht möglich mit der Turbine Strom zu erzeugen. Dieser wird dann vom Netz bezogen.
Einsparung
Wasserkraft
Mit dieser Wasserkraftanlage wird der jährliche Ausstoß an CO2 im Mittel um ca. 20,2 t bzw. 10.283 m³ vermindert.
  Regenerative Energien - unterschiedlich verfügbar
Im Gegensatz zur Wasserkraft, die in unseren Regionen mit Ausnahme von sehr trockenen Sommermonaten das ganze Jahr (Tag und Nacht!) relativ gleichmäßig zur Verfügung steht, ist der Ertrag der Solarstrahlung zu 4/5 des Jahresertrags auf die Sommermonate und dabei auf die Sonnenstunden (ca. 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr) konzentriert.
Photovoltaikanlage
Stadtmühle Ornbau

Die hier vorgestellte Photovoltaikanlage wurde auf das Dach (Neigung 45°) der ehemaligen Stallungen montiert. Seit Oktober 2003 speist sie Strom ins öffentliche Netz. Je nach Sonneneinstrahlung ist mit einer Einspeisung von etwa 13.800 kWh/Jahr zu rechnen.

Anlage:
Dachaurichtung: Süd
Anstellwinkel: 45°
Größe (PV-Bruttofläche): 131 m²
Anzahl Module: 85 Module á 160 Wp (Nennleistung)
Gesamtleistung: ca. 13,6 kWp (Nennleistung)
Jahresertrag: ca. 11.000 kWh
Wechselrichter: 5 Stück
Einsparung
Photovoltaik
Mit dieser Photovoltaik-Anlage wird der jährliche Ausstoß an CO2 um ca. 6,35 t bzw. 3.231 m³ vermindert.
Wegbeschreibung

Von Arberg Richtung Ornbau, links der Straße ausgeschildert : „Stadtmühle“

Ansprechpartner

für Besichtigungen

Besichtigung während der Öffnungszeiten des Mühlenladens
und nach vorheriger telefonischer Absprache möglich
Herr Bernhard Bischoff
Tel.: 09826 - 373

In der Stadtmühle erhalten Sie:
· Naturkostprodukte von Seitenbacher und Tress
· Übernachtungsmöglichkeiten in Ferienwohnungen
· Tageserlaubnisscheine zum Angeln in der Wieseth
· Futtermittel für Hunde, Katzen und Nutztiere


Planung/Montage Photovoltaikanlage:
Fa. SunTechnics, Neuendettelsau

Übersicht | Stationen Herrieden/Bechhofen