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Station 21
Biomasseheizwerk Bechhofen
  Bei Bau, Betrieb und Wartung eines kommunalen Biomasseheizwerkes können fast alle Lieferungen und Leistungen von lokalen und regionalen Betrieben erbracht werden. Auch die Produktion und die Bereitstellung des Energieholzes bedeuten langfristige Dienstleistungen, welche die regionale Forst- und Holzwirtschaft zur Verfügung stellt.

Das Heizwerk Bechhofen versorgt Schule, Turnhalle und Hallenbad über ein sehr effizientes Nahwärmenetz ganzjährig mit Wärme. Das entspricht einer Einsparung von ca. 120.000 Liter Heizöl und ca. 350 Tonnen des Treibhausgases CO2.
Holz als Energieträger - Nutzen für die Gemeinden
Bei Bau, Betrieb und Wartung eines kommunalen Biomasseheizwerkes können fast alle Lieferungen und Leistungen von lokalen und regionalen Betrieben erbracht werden. Auch die Produktion und die Bereitstellung des Energieholzes bedeuten langfristige Dienstleistungen, welche die regionale Forst- und Holzwirtschaft zur Verfügung stellt. Der Kauf des Energierohstoffes Holz für Heizzwecke trägt durch eine größere Wertschöpfung in der Region zur Stabilisierung der heimischen Wirtschaft bei. Vorhandene Arbeitsplätze werden gesichert, neue geschaffen.
Negative Auswirkungen von internationalen Energiekrisen, besonders Energieverknappung und Preiserhöhung, können durch den Einsatz der heimischen Holzenergie gemindert werden. Die "sichere Wärme aus dem eigenen Wald" steigert auch die Identifikation der Bürger mit ihrer Kommune und ihr Selbstbewusstsein als Solidargemeinschaft.
Günstige Randbedingungen
Die örtliche Nähe der Wärmeabnehmer Schule (Grund- und Hauptschule), Sportzentrum und Hallenbad waren bei der Sanierungsplanung der Heizanlage im Jahr 2000 ein wichtiges Argument für das Konzept der Wärmeversorgung mit Biomasse und überzeugte die Gemeinde Bechhofen. Das Heizwerk wurde von der ortsansässigen Firma T+E Humuswerk GmbH erbaut, die auch für den Unterhalt und Betrieb verantwortlich ist. Das Projekt wurde von der Bayerischen Staatsregierung im Rahmen der Regionalen High-Tech-Offensive "Zukunft Bayern" gefördert.
Heizkessel
Die Wärmeerzeugung erfolgt in einem Biomassekessel mit einer Leistung von 360 kW. Die Spitzenlast an sehr kalten Wintertagen und die Grundlast bei Wartungsarbeiten an der Biomasseanlage werden von einem mit Heizöl betriebenen Heizkessel mit einer Leistung von 800 kW im Keller der Schule abgedeckt.
Die Verteilung erfolgt über eine ca. 70 m lange Wärmeleitung. Über einen Plattenwärmetauscher bei den Abnehmern wird das mit 90° C Vorlauftemperatur gepumpte Wasser in die Heizkreisläufe geleitet.
Hackschnitzelvorrat

Die Hackschnitzelvorräte werden zum Großteil im Humuswerk gelagert, das den 70 m³ fassenden Brennstoffbunker neben der Biomasseheizanlage bedarfsgerecht nachfüllt.
Zum Einsatz kommen ausschließliche Landschaftspflegeholz und Waldhackschnitzel aus der Region. Der Jahresbedarf beträgt rund 570 t Biomasse.

Technik

Die Hackschnitzel werden vom Brennstoffbunker über einen Schubbodenaustrag in den Kessel befördert.
Auf einem bewegten Rost erfolgen Trocknung und Vergasung der Hackschnitzel (Vorschubrostfeuerung). Am Ende des Rosts wird die Holzkohle ausgebrannt. Die Asche bleibt übrig und wird über einen Fallschacht ausgetragen.
Über den Rost erfolgt die Oxidation der brennbaren Gase bei Zuleitung von Primär- und Sekundärluft. Im Wärmetauscher geben die Rauchgase ihre Wärme an das Heizungswasser des Pufferspeichers ab.

Kenndaten
der Anlage
Inbetriebnahme: November 2001
zu deckender Jahreswärmbedarf: ca. 1.100 MWh
Leistung Biomassekessel: 360 kW
Fassungsvermögen Vorratsbunker: 17,5 bzw. 70 m³ Hackschnitzel
Jährlicher Verbrauch: rund 570 t bzw. 2.280 m³ Hackschnitzel
Verbrauch Heizöl für Spitzenlast: ca. 8.500 Liter
Einsparung
Mit dieser Anlage werden gegenüber einer Einzelversorgung mit Heizöl jährlich etwa ca. 463 t CO2 bzw. 236.000 m³ des Treibhausgases CO2 eingespart. Gleichzeitig wird durch die Nutzung von regional vorhandenen Nachwachsenden Rohstoffen die heimische Wirtschaft gestärkt.
Wegbeschreibung

In Bechhofen der Beschilderung „Schule“ folgen, Pestalozzistraße 24.

Ansprechpartner

für Besichtigungen

Besichtigung nach vorheriger telefonischer Absprache möglich

Biomasseheizwerk
91572 Bechhofen
Pestalozzistraße 24

Betreiber:
T+E Humuswerk GmbH

Herr Manfred Schmidt
Tel. 09822 - 83580

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