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Station 20
Barockmühle Wiesethbruck
 

Die Barockmühle in Wiesethbruck ist die einzige noch mahlende Mühle an der Wieseth. Der Betrieb ist seit 1880
in Familienbesitz der Familie Kräutlein. Zur Zeit arbeiten drei Generationen in der Mühle, die mit Hilfe der Wasserkraft
ca. 800 Tonnen Getreide pro Jahr vermahlt. Ist die Mühle nicht in Betrieb, wird der Strom zur Warmwasserbereitung
der Wohngebäude genutzt.

Besuchen Sie diese interessante Technik und den vielfältigen Mühlenladen.

Bedeutung der Mühlen in Franken
Heute erinnern oft nur noch Namen an die Existenz von Mühlen, dabei waren sie bis vor wenigen Jahrzehnten, besonders in Franken, in großer Anzahl übers Land verteilt.
 

"Mühle" bedeutet sowohl das Gebäude als Standort, als auch die Maschine, in der feste Stoffe verrieben werden. Sie wurden unterschieden nach der Art der verarbeiteten Stoffe (Getreide-, Öl-, Hirsemühlen etc.), nach der angewandten Bearbeitungstechnik (Mahl-, Reibe-, Sägemühlen) und nach der verwendeten Antriebsart (Wind-, Wasser-, Pferdemühlen). Am meisten war die durch Wasserkraft betriebene Getreidemühle, die in vielen Fällen mit einer Sägemühle kombiniert war, verbreitet. Oft lagen sie im Abstand von nur wenigen Kilometern dicht an Bach- oder Flussläufen.

Die Technik der mit Wasser betriebenen Getreidemühlen ist spätestens seit Ende des Mittelalters mit Antrieb und Mahlwerk fertig ausgebildet und an den weitgehend aus Holz gefertigten Mühlen hat sich bis weit ins 19. Jahrhundert nichts mehr geändert. Erst ab 1866 hat die Einführung von Gusseisen in den Mühlenbau (u.a. bei der Herstellung von Turbinen) zu einer sprunghaften technischen Fortentwicklung der Mühlen geführt.

Die Barockmühle in Wiesethbruck ist die einzige noch mahlende Mühle an der Wieseth. Der Betrieb ist seit 1880 in Familienbesitz der Familie Kräutlein. Zur Zeit arbeiten drei Generationen in der Mühle, die mit Hilfe der Wasserkraft aus der Wieseth ca. 800 t Getreide pro Jahr vermahlt. Ein umfangreiches Sortiment an regionalen Produkten ist im Mühlenladen erhältlich.

 

Wasserkraft in der Barockmühle
Bei der hier eingebauten Turbine handelt es sich um eine kleine
Francis-Turbine aus dem Jahr 1952.

Francis-Schachtturbine

Eine Francis-Turbine ist gleichzeitig Reaktions- und Überdruckturbine. Vom Oberwassergraben strömt das Wasser durch den Rechen (1) und die Schütze (2) in die offene Wasserkammer und durchfließt die Turbine (3). Die Turbine (3) ist auf einen Betonunterbau (4) gestellt. Die Verbindung zwischen Turbine und Unterwasser wird durch ein so genanntes Saugrohr (5) hergestellt, das die Sogwirkung des Unterwassers verstärken soll. Die stehende Welle (6) der Turbine endet in einem Zahnradgetriebe (7), das die Kraft auf eine Schwungradriemenscheibe (8) überträgt. Über einen Riemenantrieb wird die Mühle angetrieben.
Für die Kraftübertragung aus der Turbinenwelle auf den Generator gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die sich den örtlichen Begebenheiten bzw. dem Stand der Technik angepasst haben.
Die Anlagenleistung ist unter anderem von der Fallhöhe (Unterschied Oberwasser zu Unterwasser), d.h. der möglichen aufzustauenden Höhe abhängig.

Kenndaten

Hersteller: Fa. Langhammer, Bamberg, 1952
Fallhöhe: 1,70 m
Wasserdurchfluss:
0,8 m³/sek
Drehzahl: 220 Umdrehungen pro Minute
Anlagenleistung: 12 kW
Jahresleistung (je nach Wassermenge): ca. 35.000 kWh/a

Verwendung
Die Energie wird ausschließlich für den Eigenbedarf genutzt. Ist die Mühle nicht in Betrieb, wird der Strom zur Warmwassererzeugung der Wohngebäude verwendet.
Ist der Strom für den Betrieb der Mühle zum Beispiel bei extrem niedrigem Wasserstand in heißen Sommermonaten nicht ausreichend, wird die Mühle über einen Dieselmotor betrieben.
Einsparung
Mit dieser Wasserkraftanlage wird der jährliche Ausstoß an CO2 im Mittel um ca. 20,2 t bzw. 10.281 m³ vermindert.
Wegbeschreibung

Von Bechhofen kommend am Ortseingang von Wiesethbruck.

Ansprechpartner

für Besichtigungen

Besichtigung nach vorheriger telefonischer
Absprache möglich

Herr Harald Kräutlein
Tel.: 09822 - 7608
E-Mail:kraeutleinmuehle@t-online.de

 

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