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Station 19
Hackschnitzelheizung Bauhof Herrieden
  Die Hackschnitzelheizung des städtischen Bauhofs Herrieden beheizt mit einer Leistung von 160 kW die Sozial- und Arbeitsräume, eine Werkstatt und zwei Gewächshäuser.

Das Brennmaterial besteht zu ca. 30% aus Landschafts-pflegeholz, das die Gemeinde anderweitig entsorgen müsste und zu 70% aus regionalen Waldhackschnitzeln.
An den Heizkessel ist ein Brennstofflager für den Bedarf von zwei Wochen angeschlossen.

Die Anlage läuft seit 1995 störungsfrei und ersetzt pro Jahr ca. 18.000 Liter Heizöl durch Holz. Das entspricht einem
Tanklastzug voller Heizöl und spart pro Jahr über 50 Tonnen CO2.

Der Feuchtegehalt der Biomasse beeinflusst seine Energieausbeute

Abbrandqualität und Energieertrag des Brennstoffs sind stark von seinem Feuchtegehalt abhängig. Bei undurchlüfteter Trocknung (Brennstofflagerung in Häufen) setzt sich bei naturfeuchten Hackschnitzeln ein natürlicher Gärprozeß in Gang, der zwar zur Trocknung des Materials beiträgt, jedoch einen biologischen Abbauprozess auslöst, der sich negativ auf den Brennwert des Holzes auswirkt. Es kann sogar zur gesundheitsschädlichen Schimmelbildung kommen.
In Herrieden wurde vom EBA-Zentrum Triesdorf der Versuch gestartet, naturfeuchtes Hackgut mit einem Gebläse zu trocknen. Nach ersten positiven Ergebnissen wurden auf dem Dach der Lagerhalle Solar-Luft-Kollektoren installiert, um die Ansaugluft zu erwärmen und eine schnellere Trocknung bei Reduzierung des Energieeinsatzes zu erreichen. Die Messungen ergaben durch den verringerten Wassergehalt eine deutlich erhöhte Energiedichte der Hackschnitzel, die weit über dem für die Trocknung notwendigen Energieaufwand lag.
Stehen nicht ausreichende Flächen im Freien für die Trocknung der Hackschnitzel bei Sonnenschein in einer Schichtdicke von 30 cm zur Verfügung, ist die Gebläsetrocknung mit vorgewärmter Ansaugluft eine preiswerte Alternative, hochwertigen Brennstoff zu erzielen.

Bauhof Herrieden

Die Hackschnitzelheizung des städtischen Bauhof Herrieden wurde 1995 eingebaut und beheizt mit einer Leistung von 160 kW die Sozial- und Arbeitsräume, die Werkstatt und zwei Gewächshäuser des Bauhofs. Das Brennmaterial besteht zu etwa 30% aus Landschaftspflegeholz, das die Gemeinde anderweitig entsorgen müsste, und zu 70% aus unbehandeltem Restholz der Region.
An den Heizkessel ist ein Hackschnitzellager mit Heizmaterial für den Bedarf von zwei Wochen angeschlossen. Für den Jahresbedarf gibt es einen weiteren Lagerraum, in dem ein Gebläse mit von der Sonne erwärmter Luft die Durchlüftung und Trocknung der eingebrachten Hackschnitzel gewährleistet.

Technik

Mittels der Teleskoparmaustragung (Durchmesser: 7,0 m) wird das Material in eine Förderschnecke eingebracht, die den Brennstoff in den Kessel transportiert. Die Zellradschleuse verhindert, dass zwischen Heizanlage und Brennstofflager eine Verbindung und damit Rückbrand entstehen kann. Im Heizkessel wird das Brennmaterial unter abgestimmter Luftführung verfeuert. Durch die Integration der hochtemperierten Vergaserkammer in den Kesselkörper kann die Strahlungswärme der Feuerbetonauskleidung an das Kesselwasser abgeleitet werden.
Die vollautomatische Feuerungsanlage wird durch eine selbsttätige Asche- und Staubaustragung vervollständigt, die Asche und Staubansammlungen aus Feuerrohren, Staubabsetz- und Brennraum in den leicht zu entleerenden Aschebehälter räumt.

Kenndaten:

Inbetriebnahme: 1995
Kesselleistung: 160 kW
Wärmeabnehmer: Sozial- und Arbeitsräume, Werkstatt,
2 Gewächshäuser
Brennstoffverbrauch:
ca. 250 m³ Hackschnitzel pro Jahr

Die Anlage versorgt die Heizungs- und Brauchwasseranlage des städtischen Bauhofs. Die Spitzenlast an kalten Wintertagen und bei evtl. Störbetrieb der Hackschnitzelheizung wird von der herkömmlichen Ölheizung übernommen.

Einsparung

Durch diese Anlage werden jährlich ca. 18.275 Liter Heizöl ersetzt, was einer Einsparung von ca. 53,5 t bzw. 27.260 m³ CO2 entspricht.

Neben der Beheizung mit Biomasse werden alle 13 städtischen Betriebsfahrzeuge ausschließlich mit Biodiesel betrieben, was eine Einsparung von ca. 6.000 Liter fossilen Kraftstoffs bedeutet. Damit werden der Umwelt weitere 14,1 t bzw. 7.174 m³ CO2 erspart.

Wegbeschreibung

Bauhof Herrieden Richtung Rauenzell,
Bahnhofstraße/Ecke Industriestraße

Ansprechpartner

für Besichtigungen

Herr Ludwig, Rathaus Herrieden
09825 - 80831
E-Mail: helmut.ludwig@herrieden.de

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