Übersicht | Stationen Aurach

 
 
Station 18
Biogasanlage Eichholz
  Biogas ist einer der Wachstumsmotoren bei den erneuerbaren Energien. Ein mit Wasserdampf gesättigtes Gasgemisch, das bei der Umsetzung von organischen Stoffen unter Luftabschluss entsteht. Der Einsatz von Energiepflanzen wie Mais oder Grassilage mit Gülle sorgt für einen hohen Methangehalt und damit guten Brennwert im Biogas.

Der im BHKW produzierte Strom wird ins Netz eingespeist und sorgt für zusätzliches Einkommen in der Landwirtschaft. In Eichholz haben sich drei Landwirte gemeinsam dazu entschlossen, in diese zukunftsträchtige Technologie zu investieren.
Was ist Biogas?
Biogas gehört zu den regenerativen Energiequellen. Es ist ein mit Wasserdampf gesättigtes Gasgemisch, das bei der Umsetzung von pflanzlichen oder organischen Stoffen unter Luftabschluss entsteht.
In der Natur kommt Biogas z.B. in Mooren und Sümpfen (Sumpfgas) vor. Es entsteht aber auch in Hausmülldeponien (Deponiegas) und in Faultürmen von Kläranlagen.
  Da kleine Biogasanlagen meist nicht wirtschaftlich sind, bietet sich beim Bau einer landwirtschaftlichen Anlage eine Gemeinschaftsanlage an. In Eichholz haben sich drei Landwirte mit insgesamt 250 Großvieheinheiten zur Biogas Eichholz GbR zusammengeschlossen, um einerseits die Investitionskosten zu senken, den Gasertrag zu erhöhen aber andererseits auch den Unterhalt der Anlage in Arbeitsteilung erledigen zu können.
Funktionsweise der Biogasanlage

Die Gülle wird aus den Ställen der drei Landwirte direkt in den Rührkesselfermenter (ein gedämmter Stahlbetonbehälter) der Biogasanlage gepumpt und auf ca. 37° - 38° C aufgeheizt. Über eine automatisierte Dosieranlage wird zusätzlich Stallmist in regelmäßigen Abständen in den Fermenter eingebracht. Durch sanftes Rühren wird einer Entmischung sowie der Bildung von Sink- und Schwimmdecken vorgebeugt. Die organische Masse wird während einer Verweildauer von etwa 30 - 40 Tagen von Mikroorganismen abgebaut, wobei Faulschlamm und Biogas entstehen.
Der 700 m³ fassende Fermenter hat dabei immer den gleichen Füllgrad. Wird frisches Material zur Vergärung zugeführt, wird das gleiche Volumen mittels eines Siphons ins Endlager überführt. Auch das entstandene Gas wird zunächst in das Endlager geleitet, um es abzukühlen. Erst von dort wird es der Verbrennung in einem Zündstrahl dem BHKW zugeführt. Dabei muss für den Zündvorgang des Biogasgemisches bis zu 10% Heizöl zugeführt werden. Bei der Verbrennung des Biogases entstehen ca. 35% Strom und 65% Wärme. 25 % der anfallenden Wärme werden zur Beheizung des Fermenters genutzt.
Um eventuelle Unregelmäßigkeiten in der Gasproduktion auszugleichen, die durch unterschiedliche Substratzufuhr oder bei der Abschaltung des BHKW entstehen, ist ein Gasspeicher notwendig. Bei der Anlage in Eichholz wird dies über die kostengünstige und Platz sparende Lösung des Tragluftdachs erreicht.

Da zu Gülle und Stallmist bisher keine Cofermente wie Mais oder Grassilage zur Vergärung zugeführt werden, ist der Energieertrag verhältnismäßig niedrig. Der gesamte produzierte Strom wird ins Netz eingespeist, da die Nutzung für den Eigenbedarf bei drei Beteiligten zu großen organisatorischen Aufwand bedeuten würde.
Mittels des Gasspeichers (Tragluftdach auf Fermenter und Endlager) wäre eine zur Gasproduktion zeitversetzte Einspeisung ins Netz möglich, um Verbrauchsspitzen im Tagesverlauf abzudecken.

Anlagendaten
Inbetriebnahme der Anlage: 12/2002
Größe Fermenter: Durchmesser: 14 m, Volumen: 700 m³
Größe Endlager: Durchmesser: 16 m, Volumen: 1.000 m³
Leistung: 70 kW el.
Gesamtertrag: ca. 400.000 kWh/a
Notwendige Energiezufuhr: 18.000 l Heizöl/Jahr
Einsparung
Mit dieser Anlage wird der jährliche Ausstoß an CO2 um ca. 178 t bzw. 90.650 m³ (unter Abzug der für den Verbrennungsvorgang notwendigen Energie) vermindert.
Wegbeschreibung

In Weinberg Richtung Leutershausen/Röttenbach;
nach der Unterführung unter der A6 links nach Eichholz abbiegen.

Besichtigung

nach vorheriger telefonischer Absprache möglich

Familie
Frieda und Karl Hauf
Eichholz 1
91578 Leutershausen
Tel. 09804 - 279

Übersicht | Stationen Aurach